14 August 2009

Ecrins - Col de l'Eychaude

Nachdem wir uns nun schon drei Tage im Vallouise bzw. in Ailfroide die Finger beim Klettern lang gezogen haben, wollten wir diese mal schonen und stiegen aufs VTT. Allerdings ist Ailfroide nun nicht grad der beste Ausgangspunkt für eine längere MTB-Tour. Aber eine Runde haben wir uns aus der Karte rausgesucht. Das Beste daran: sie beginnt erstmal mit einer langen Abfahrt von Ailfroide bis südlich von Briancon :-)
Auf der östlichen Seite des Tals kommt man über eine kleine Bundesstraße nach Briancon und darf sich dann durch den morgendlichen Stau quälen. Die Rußpartikelfiltern in nichtrauchenden, französischen Autos kommen wohl nur in der Werbung vor, aber nicht im Gelände... ;-) Danach kann man aber wieder aufatmen, denn durch schöne Forstwege und Trails gehts dann weiter bis nach le Monêtier les Bains.
Inzwischen wirds auch schon wieder ganz schön warm. Ein Brunnen dient zur letzten Abkühlung und zum Wassertanken, bevors zum Col de l'Eychaude raufgeht.
Auf der Karte sah die Forststraße zwar nicht gerade flach aus, aber gleich so anhaltend steil... Erst auf den letzten Höhenmetern ab der Bergstation normalisiert sich die Steigung wieder.
Man könnte natürlich auch den Lift benützen. So faul sind wir aber auch nicht und ausserdem ist der obere Teil ausser Betrieb...
Das schöne und idyllische Col de l'Eychaude ist erreicht. Nun gehts erstmal laaaaang runter...
Heute ist auf der Via Alpine wohl wenig los. Dafür stört sich kein Wanderer über unser Treiben auf diesen feinen Trails :-)




Erst auf den letzten Höhenmetern wurden einige grobe Schikanen eingebaut. Bis dahin lässt sich aber der Trail ziemlich gut fahren. Nach den 600hm waren wir aber doch etwas froh, die Forststraße nach Pelvoux zu erreichen.
Das letzte Stück rauf bis nach Ailfroide brachten wir nun auch noch hinter uns. Als Motivationshilfe diente schon mal die Vorfreude auf die abendlichen Grillsession.
Flo optimiert das Vorheizen mit den feuchten Grundlagen...

Danach kanns endlich losgehen...
Facts
MTB-Rundtour Ailfroide - Vallouise - Briancon - Le Monêtier les Bains - Col de l'Eychaude - Pelvoux - Ailfroide (70km, 1800hm)
Ecrins / Dauphiné

Schöne Rundtour die so einiges im Angebot hat. Bundesstraße zwischen Vallouise und Briancon, danch schöne Trails / Forstwege, ab Le Monêtier steile Auffahrt, dafür ein super Trail nach Süden zurück ins Vallouise. Alternativ kann würde sich ein Start z.B. in Vallouise oder in Prelles (Abzweig der Bundesstraße aus dem Val Durance nach Vallouise) anbieten.

Karte: IGN 35360T
MTB-Führer: es gibt in den lokalen Sportgeschäften drei gut aufgemachte Mountainbike-Führer in verschiedenen Schwierigekeitsklassen. Allerdings waren die meisten Touren relativ kurz, so dass wir der Karte für die eine Tour den Vorzug gaben.

27 Juli 2009

Moulin Rouge - Rotwand

Viel Überredungskünste benötigte es nicht, um den Tom von meinem Vorschlag, der "Moulin Rouge" an der Rotwand, zu überzeugen. Von den beiden Christoph Hainz und Oswald Celva wurde diese Tour 2002 nur mit Normalhackl eröffnet, bei dem wohl tonnenweise Schuppen und Pfeiler ins Tal verfrachtet wurden. Aber inzwischen ist die Tour recht gut ausgeräumt - doch beeindruckend bleibt eine Begehung auf jeden Fall!
Die meiste Zeit des Aufstieges tappten wir im Nebel rum. Erst unter der Wand bekamen wir diese zum erstenmal zu Gesicht.
Tom startet in die erste Länge. Hier täuscht der Eindruck mal nicht - die Rotwand steht nicht gerade für bombenfesten Fels ;-) Aber inzwischen ist die Tour recht gut ausgeputzt...
Tom in der ersten schweren Länge. Die Kletterei erinnerte mich stark an die "Ötzi trifft Yeti", nur nicht ganz so fest.
Danach gehts gleich mal in die Schlüssellänge. Zwar stecken nur Normalhackl, diese aber in einer angemessenen Menge - zumindest in den schweren Längen.

Innerhalb von wenigen Minuten verschwand der Nebel wieder und wir konnten die ersten Sonnenstrahlen genießen - und sogar den Fels: ist er grau, wird er sogar richtig gut.
Ein typischer Stand: drei bis vier Hackl - meist befindet sich zudem der Sichernde im hängenden Zustand...


Noch eine letzte schwere Länge...
...danch gings in zwei leichten Längen dem Ausstieg entgegen - auch wenn der ein oder andere Griff den entgegengesetzten Weg antraten.
Am Ausstieg gabs die typische 90°-Wende: flache Wiese statt felsige Vertikale.
Ob abgestiegen oder abgeseilt wird, ist wohl geschmackssache. Fürs abseilen sorgen einige schräge Seillängen für Abwechslung - ebenso die damit verbundenen Pendler...

100m über dem Wandfuß entlies uns der Nebel wieder. Nach ca. 9h standen wir wieder am Einstieg.
Während dem Abendessen entgleidete sich die Rotwand wieder und zeigte sich im herrlichen Abendrot: der Rosengarten - König Laurins Reich...
Die Moulin Rouge verläuft im Bereich der Bildmitte zwischen der Dibona und der Buhl.


Facts
Moulin Rouge (9-, 400m)
Rotwand, Rosengartengruppe - Dolomiten

Steile und beeindruckende Kletterei durch die schöne Westwand der Rotwand. Die Tour beinhaltet alles für einen tollen Tag: splittriger Fels, Absicherung nur durch Normalhackl und recht anhaltende Schwierigkeiten. Was will man mehr...?

Topo gibts auf der Homepage vom Christoph Hainz

Material: 60m-Halbseile, 16 Expressen, kleine + mittlere Friends

Abstieg: Entweder über den Normalweg (leichter Klettersteig) oder über die Tour abseilen.

26 Juli 2009

4 giorni una estate - Pordoispitze

Der Klassiker durch die Westwand der Pordoi-Spitze ist bestimmt die Fedele mit viel Staupotential. Weiter links wirds gleich mal steiler und schwerer. In einem recht trockenen Sommer bin ich sogar mal in den Genuß gekommen, die Niagara in trockenen Verhältnissen anzutreffen - eine sehr beeindruckende und ausgesetzte Wand. Die trockenere Steigerung dazu ist die 4 giorni una estate - auch wenn man hier seine Seife durchaus mitnehmen darf ;-)
Tom wurf diese Route in unsere Kletterwunschliste, da er nur begeisterte Kommentare gehört hatte.
Vor uns war schon eine Seilschaft am Werke. Allerdings waren die in der ersten Länge relativ lang beschäftigt, bis der Rucksack und Nachsteiger am ersten Stand waren.
Als ich dort ankam, waren die zwei schon dabei, abzuseilen. Auch OK, so hatten wir den Weg über uns frei.
Die ersten Längen auf das erste kleine Bandl zogen uns von Anfang an in ihren Bann. Auch wenn wie angekündigt die Bolt-Abstände recht sportlich sind, bleibt durch den genialen Fels alles im grünen Bereich.
Tom in der einzigen plattigeren Länge...
...welche uns zu einem mehr feuchten als genussreichen Felsstückt führten. Egal, beim Eisklettern ist's auch nicht trockener...
Bis zuletzt hatten wir die Hoffnung, dass die Tour den feuchten Bereich links passiert - doch die Bolts weisen den Weg genau mittendurch. "Huift ja nix!" waren Toms letzte Worte, bevor er diesen Part anging. Aber dies war genau sein Gelände: steil und großgriffig...
Die folgende Länge versöhnte uns wieder und spätestens am großen Band in der Sonne war alles vergessen...
Ab jetzt gings in der Sonne weiter :-)

Nur in den letzten beiden Länge lies die Felsqualität etwas nach. Hier wäre ich auch fast in den Genuß von ein paar Flugmetern gekommen, da der erhoffte Henkel nicht mehr an Ort und Stelle bleiben wollte...
Um uns den Abstieg bzw. das Klettern mit mehr Gepäck zu ersparen, entschieden wir uns im Vorfeld fürs Abseilen. Im nachhinein keine Fehlentscheidung: nach 1.5h Standen wir wieder am Einstieg.



Facts
4 giorni una estate (7a, 600m)
Pordoispitze, Sella - Dolomiten

Steile und anhaltende Kletterei durch die beeindruckende Pordoi NW-Wand. Die Felsqualität erinnert etwas an die "Messner" am 2. Sellturm - nur steiler, länger und schwieriger. Bestimmt eine der besten Touren in der Sella! Allerdings stecken die Bolts in recht sportlichen Abständen und zwischendrin kann nicht immer was gelegt werden. Aber der Fels lässt sich sehr gut "lesen" und klettern.

Topo gibts hier

Material: 60m Halbseile, 10-12 Expressen, kleine + mittlere Friends, Kevlarschlingen

Abstieg: entweder zu Fuß ins Val Lasties oder Abseilen.

25 Juli 2009

Plitschka - Torre delle Mésules Est

Für vier Tage konnte ich den Tom gewinnen. Nachdem das Wetter im Süden am vielversprechensten war, machten wir uns auf den altbekannten Weg in die Dolos. Um noch zu einem Felskontakt zu kommen, bietet sich immer wieder die Sella an.
Abseits der Massenströme der Sellatürme und des Ciavazes versteckt sich auf der Westseite der Torre delle Mésules Est, der vier kürzere, aber durchaus anspruchsvollen Alpintouren im Angebot hat.
Begeistert von der Geo wollte ich nun mal die Plitschka kennenlernen.
Der zentrale Wandbereich: mitten durchs markante Dach zieht die Geo hoch, die Plitschka verläuft immer links des gelben Wandbereiches.
In den ersten beiden Längen sorgen Sanduhren für die grobe Orientierung, wobei diese vor allem in der zweiten Länge manchmal nicht so einfach ist.

Zwar ist der Fels richtig kompakt und löchrig, aber nicht immer gut zum Absichern. Lediglich in der dritten Länge steckt vor der Platte ein einziger Bolt.
Tom startet in die letzte schwere Länge - danach gehts leichter zum Gipfel-Steinmandl.Über ein Band wird Richtung Grödner Joch abgestiegen und man gelangt nach einer guten halben Stunde wieder zum Einstieg. Sehr gemütlich... :-) Nein, über einen Bruch braucht man sich in der Tour keine Gedanken machen...Facts
Plitschka (7, 200m)
Torre delle Mésules Est, Sella - Dolomiten

Beeindruckende Tour in der steilen Westwand des Torre delle Mésules Est, die auf nur 200m Wandhöhe alles bietet, was man sich von einer Alpintour wünschen kann: steile Kletterei in einem super Fels und die geringe Anzahl an fixem Material lässt genug Freiräume zum kreativen Klettern - und natürlich für Verhauer ;-)
Wer gefallen an der Tour hat, wird auch von der benachbarten "Geo" oder der leichteren "Brunsin" begeistert sein. Vor allem die "Geo" bietet eine interessante Länge mitten durchs markante Dach...

Topo gibts hier

Material: 60m-Halbseile, 1 Satz Rocks + Friends bis WC #3, Kevlarschlingen, ~ 10 Expressen