29 Januar 2006

Pinnistal: Kerze & Rumpelkammer (Stubai)

Das Pinnistal, für mich eines der besten Eisklettergebiete in Tirol. Diesmal wollen wir mal an die Kerze - eine der markantesten Linien dort - wie allerdings die meisten Touren dort ;-)

Zuerst geht es in gut 2h durchs Pinnistal hinauf zu den Einstiegen gegenüber der Pinnisalm - immer dem Habicht entgegen.Links die markante Kerze, gleich rechts davon versteckt sich die Rumpelkammer.
Vor zwei Wochen haben wir schon mal die Kerze geklettert. Wobei wir wohl damals eine der ersten Seilschaften waren, wodurch die Kletterei ziemlich anstrengend und anspruchsvoll war. Nun ist alles schön ausgeputzt und es macht richtig Spaß im steilen Eis nach oben zu klettern.
Nur der letzte obere Teil war nach wie vor etwas unangenehm, weil so spröde.
Schnell waren wir wieder unten, während der Föhnsturm uns ständig den Schnee um die Ohren bläst.
Nachdem wir noch genug Zeit hatten, stiegen wir noch in die Rumpelkammer ein. Da der Zapfen nicht komplett runter gewachsen war, bot der Einstieg in diesen einen kurzen aber spannenden Mixedeinstieg, eh es in gutem Eis nach oben ging...
...wenn auch die ständige Spindrift nicht gerade zum Wohlbefinden beitrugen.
Beim Abstieg wirds einem wenigstens wieder warm.
Facts
Kerze [5+, 80m]
Rumpelkammer [4+, 60m]
Pinnistal - Stubai
Führer: Stubaier Alpen - Andi Orgler (Panico)

22 Januar 2006

Karwendel: Fünftes Element

Tom schwärmte mir bereits letzten Winter von der Erstbegehung im Karwendel vor, die er mit dem Frank gemacht hatte. Nun wollte ich mich mit dem Andi mal davon überzeugen.Zuerst gehts in gut 2,5h von Scharnitz durchs Hinterautal zum Fuße des Hohen Gleiersch. Kurz bevor man davor steht kommt der Fall in Sichtweite.
Gleich in der ersten Länge gehts zur Sache: 60m zuerst ein paar Kohle, dann steile Zapfen.
Nach der ersten Länge bietet die zweite viele überhängende Eisbalkone zum Fuße einer finalen Säule. Ja, und diese Säule wird nach oben ganz schön dünn...
Dreimal abseilen an Eissanduhren und man kommt noch in den Genuß einer Ski-Schlucht-Befahrung, ehe der Forstweg wieder erreicht wird.

Facts
Fünftes Element (WI6-, 110m)
Karwendel
Tourenbeschreibung

10 Januar 2006

Rübezahl / Kandersteg

Auf der Heimfahrt von Chamonix wollten wir dem Eismekka Kandersteg noch einen Besuch abstatten. Bereits vom Parkplatz aus schimmerte das Eis vom Staubach so schön blau her. Warum mal nicht den Bongard-Klassiker Rübezahl versuchen?Gleich von Beginn wirds spannend: steile Kletterei an und um zahlreiche kohlige Gebilde - inklusive Dusche ;-) Hey, aber so kommt zumindest keine Langeweile auf!

Nach den ersten drei steilen Längen wirds flacher und weitere zwei gemütliche Längen führen zum Ausstieg hoch. Nun wurds zwar trockener, durch die betonten Minustemperaturen ähnelten wir aber eher zwei Eisrittern die sich mit zwei glasierten Drahtseilen abmühten.
Und zu später Stunde gings wieder zurück in den warmen Bus - zum auftauen :-)
Dann doch lieber etwas in der Sonne rumbouldern...

Facts
Rübezahl (WI 6, 225m)
Staubach / Kandersteg

Steiler und genialer Klassiker in Kandersteg. Die ersten drei Längen bieten jede Menge kohligen Spaß, danach wirds flacher. Vor allem nach den Eisfestivals Anfang Januar sind die meisten Fälle bereits gut ausgeräumt bzw. bieten die reinste Hook-Leiter.

Topo: Eisklettern in der Schweiz, Panico Verlag

11 Dezember 2005

Gasteiner Tal: Mordor (Tauern)

Das Anlauftal im Gasteiner Tal bietet einige spannende Touren. Die "gängigste" davon ist der Mordor: 300m steiles und kompaktes Eis. Zusammen mit Tom, Basti und Flo wollten wir dieses Schmankerl klettern.Ein Freudenschrei über die tolle Kletterei - oder bekommt der Tom nun doch wieder warme Finger...
Im Mittelteil wirds dann sogar noch richtig steil...
...aber das Eis ist eigentlich überall schön kompakt und super zum klettern.
Zu Fuß gehts in einer halben Stunde wieder zurück zu den Rucksäcken.
Ziele fürs nächste Mal: Rodeo, Mordor und Supervisor.
Unten wartet der eingefrorene Bus auf uns - Eiskratzen der Innenseite...

Facts
Mordor [5-, 300m]
Anlauftal / Goldberg Gruppe
Tourenbeschreibung

15 Februar 2005

Patagonien - Fitz Roy

So sollte ein Urlaub sein: Erholsam, viel Schlaf, gutes Essen, etc. - also genau so, wie man es hier nach 13h Flug erkennen kann :-)
Aber letztendlich landet man doch noch am Ende der Welt. Na ja, fast: die endlosen Weiten von Patagonien...
Nachdem endlich das gesamte Gepäck angekommen ist und uns El Chalten sonnig begrüßt, stehen wir auch schon in den Startlöchern.
Beim Zustieg zum Rio Bianco unser Ziel vor Augen - endlich nicht nur als Bild aus diversen Berichten!
Zuerst gemütlich im Rio Bianco einrichten und Siesta - aber nicht heute, denn es wurden schon die Pläne geschmiedet: Wetter gut, erst Mittag - also nix wie hoch zum Passo Superior!

In einer der wenig verbliebenen Schneehöhlen - der Rest erinnerte mehr an einstürzende Altbauten - bezogen wir unser Hotel. Sehr edel: alles in weiß, nur etwas kühl.
Die riesen Randkluft wurde gemütlich an einem Fixseil überwunden - wird schon halten da oben...
Nach der Brecha quert man noch eine knappes Stünchen rüber in Richtung Einstieg der Franco-Argentina. Nach einer kurzen Pause gings gleich mal wieder weiter.
Eher ein Kaltstart ist die erste Riß-Länge mit 7+...
...danach wurds erstmal wieder moderater.
Ein paar Stunden später Chris am Ende der Schwierigkeiten - schon nimmer ganz so fit ;-)
Der zwischenzeitlich gebildete Nebel verzog sich bald wieder und gab ein gigantisches Panorama über die Torres und dem Hielo Continentale frei! Noch grad das Kombi-Gelände rauf zum Gipfel...
...und nach 15 1/2 h standen wir endlich auf dem Gipfel - für uns der Jackpot im patagonischem Roulette.
Schön hier oben. Irgendwie schade, dass man wieder runter muss ;-) Dass wir noch eine Nachtschicht eingelegt haben und so ziemlich die ganze Nacht hindurch abseilten, hat uns einigen Stress erspart: bereits in der Nacht zog es wieder zu und im folgendem wurds erstmal wieder schlecht...

Facts
Fitz Roy - Patagonien

Anreise
Flug: München-Zürich-Dallas-Buenos Aires-Rio Gallegos (Grund für den Umweg: Mehrgepäck über USA)
Bus: Rio Gallegos-Calafate-El Chalten

Topo Franco-Argentina [ED, 650m, 7+]

Material

  • 1 Satz Friends (WC #.5 - #3, evtl. ganze Größen doppelt) und kleiner Satz Rocks(#3-7)
  • Bandschlingen
  • Expressen
  • 60m Doppelseil
  • Steigeisen, Pickel für oben - ein paar Wochen gab es im oberen Kombigelände einen tödlichen Absturz, weil Gewichtseinsparung...
In der Tour sind so gut wie alle Stände eingerichtet - und man findet sie auch sonst überall etwas, was das Abseilen entspannter macht. Zwischensicherungen sind bis auf die erste Länge eher spärlich.

Unsere Zeiten (4er-Seilschaft) für eure Planung:
    • 5 Uhr - Start am Passo Superior
    • 6 Uhr - Bergschrund der Rinne zur Brecha
    • 9 Uhr - Brecha
    • 10 Uhr - Einstieg / Schulter Franco-Argentina - Materialdepot
    • 10:30 Uhr - Einstieg
    • 20:30 Uhr - Gipfel
    • 21 Uhr - Beginn mit dem Abstieg
    • 1 Uhr - Schulter / Materialdepot
    • 6:45 Uhr - Passo Superior
    • 7:30 Uhr - nach einer Suppe gings wieder in den Schlafsack :-)
Wir sind ein paar Tage später noch die Cochrane-Whillans (TD+, 650m, 5.60°) an der Ag. Poincenot geklettert: hätte eigentlich die Eingehtour werden sollen - wäre auch eine gute Eingehtour bzw. einfach ein schöner Tag in diesem grandiosen Gebirge.

27 Februar 2004

Juste un Illusion / Gramusat

Manchmal sind die Franzosen schon zu beneiden. Vor allem wenn man unter einer solchen gigantischen Wand wie dem Gramusat steht. Hier ist der Klassiker die Tour "Gramusat direct" (WI5, 500m) im linken Bereich. Nach rechts wirds dann anspruchsvoller. Eine der besten Linien die sich noch bei unserem Besuch gebildet hat war die von "Juste un Illusion" - die aber nach dem Tag nicht mehr illusorisch blieb sondern viele eindrucksvolle Stunden bot. Die Tour ist die Reihe von Säulen, welche sich unter dem sonnenbeschienenen Gipfel aufreiht.
Gleich von Anfang an gehts steil los - und das Eis war dünner als gedacht...

Selten sind wir so steile und anhaltende Längen geklettert wie hier...
...vor allem so viel abgefahrene Eisgebilde.
Die letzten Längen vielen dann nach gut 300m ständig im 5. und 6. Grad nicht mehr besonders leicht - aber es reichte noch.
Dann gings schnell wieder runter - zu einem großen Berg Pasta :-)

Facts
Juste un Illusion (WI6, 300m)
Freissiniéres / Dauphiné

Eine der lässigsten Eisklettereien am Gramusat - wobei hier eigentlich jede Tour der Wahnsinn sind!!! Die anhaltenden Schwierigkeiten sind durchaus ein kleiner Anschlag auf die Ausdauer - aber es lohnt sich...

Topo: Glace et mixte en cascade - gibt's in den Sportgeschäften in Briancon
Eisverhältnisse Dauphiné: www.ice-fall.com